„Dringend! Offener Brief Konversionstherapie Geschlechtsidentität“

TRIGGERWARNUNG: Der Begleittext der Mail, insbesondere der Link, sowie der unten eingefügte „Offene Brief“ sind stark trans*feindlich, enthalten viele Fehlinformationen und sind pathologisierend und stigmatisierend. Es wird zu Konversionstherapien aufgerufen. Achtet auf eure persönlichen Grenzen und psychische Gesundheit.

Der „Offene Brief“ wurde am 27.04 unter dem Betreff: „Dringend! Offener Brief Konversionstherapie Geschlechtsidentität“ von Stefanie Bode an die deutschen Städtegruppen von TERRE DES FEMMES geschickt. Der Begleittext lautete:

Liebe Mitfrauen,
wir als „Arbeitskreis für die Geschlechterbasierten Rechte der Frau“ bitten Euch um Eure Unterstützung.
Wie einige von euch beim Aktiventag mitbekommen haben, soll es ein Gesetz zum Schutz vor Konversionstherapie bei Kindern und Jugendlichen geben, das nächsten Donnerstag im Bundestag verabschiedet wird.
Das Problem ist, dass das Gesetz auch Geschlechtsidentität einbezieht. Eltern, LehrerInnen und PsychotherapeutInnen könnten dann bestraft werden, wenn sie nicht die gewählte gegengeschlechtliche Identität eines Kindes anerkennen und wenn sie nicht „affirmativ“ handeln, also einen Transitionswunsch nicht fördern.
Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit vieler Mädchen und junger Frauen.
Wir haben einen Offenen Brief geschrieben, den auch die Vorstandsfrauen Inge Bell, Prof. Godula Kosack und weitere Mitfrauen sowie Lehrerinnen und Psychotherapeutinnen außerhalb des AKs und außerhalb von TDF unterschrieben haben. Wir haben ihn erst in den letzten Tagen an PolitikerInnen verschickt. Das Gesetz ließe sich nur noch anpassen, wenn es eine große Welle des Protestes gibt.
– Bitte schickt den Offenen Brief weiter, am Besten an PolitikerInnen, die ihr persönlich kennt, und an die Presse.
– Schreibt BundespolitikerInnen eine private mail und bezieht euch gerne auf den Brief. Die Email-Adressen setzen sich immer zusammen aus: Vornahme-Punkt-Nachname@bundestag.de– Schreibt BundespolitikerInnen auf www.abgeordnetenwatch.de an. Die Fragen und Antworten dort sind öffentlich. Die meisten PolitikerInnen antworten darum. Hierzu schicke ich euch eine Datei mit den Abgeordneten, den dazugehörigen Ausschüssen und einen Fragenkatalog als Anregung mit. Gebt uns gerne Rückmeldung zu den Reaktionen.
– Diskutiert mit eurer Städtegruppe den Inhalt des Briefs und das anstehende Gesetz.
– Wenn es unter euch betroffene Eltern gibt, könnt ihr euch an Frau Müller wenden (Pseudonym), die das Netzwerk Parents of Rapid Gender Dysphoria Onset in Deutschland koordiniert. Ich hatte mit ihr Kontakt und sie bittet um Bekanntmachung dieser Möglichkeit (siehe auch Interview in der vorletzten EMMA). https://www.parentsofrogdkids.com/wer-wir-sind [Explizite TriggerWarnung für diesen Link]

Feministische Grüße
Stefanie Bode

 

Es folgt eine kommentierte Fassung des „Offene Brief“s. Unsere Kommentare sind an entsprechenden Stelle durch Klammern hervorgehoben und teilweise aus der Stellungnahme der Mitarbeiterinnen von TDF übernommen. Die verlinkten Begriffe verweisen auf das Glossar.


Notiz zu den Quellenangaben

Uns wundert sehr, ob sich die Autorinnen die zitierten Quellen auch selbst durchgelesen haben. Die zitierte Britin Kathleen Stock, die sich bereits 2004 gegen das Gesetz zur gesetzlichen Änderung des Geschlechts in Großbritannien aussprach, und auch Richard Blanchard, der in der Vergangenheit immer wieder durch pathologisierende Äußerungen gegenüber trans*geschlechtlichen Menschen auffiel, tauchen in den Quellen auf. Der Großteil der zitierten Quellen sieht Trans*geschlechtlichkeit als differenzierte Thematik, mit dem Fokus auf den Schutz und das Selbstbestimmungsrecht von trans* Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Hätten sich die Autorinnen die Quellen angesehen, wär ihnen die starke Diskrepanz zwischen den eigenen Forderungen und ihren Quellen aufgefallen.


Hier findet sich der originale Anhang der Mail (Link zu PDF).

 

Kommentierte Fassung des „Offenen Briefs“


Kontaktperson:
Dipl.-Psych. Stefanie Bode
Psychologische Psychotherapeutin
Sundgauallee 51
79114 Freiburg
info@stefaniebode.de


An die Mitglieder
des Deutschen Bundestags
Platz der Republik 1
11011 Berlin


Offener Brief: Gesetzesentwurf zum Schutz vor Behandlungen zur Veränderung oder
Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen
„Geschlechtsidentität“


Freiburg, 26.04.2020,


Sehr geehrte Damen und Herren

wir möchten Sie auf wesentliche Bedenken hinsichtlich des geplanten Gesetzes zum „Schutz vor Konversionsbehandlungen“ bei Kindern und Jugendlichen, die sich als „Transgender“ identifizieren (BT-Drucks. 19/17278), aufmerksam machen.

Wir sind eine Gruppe von Expertinnen, die weitgehend in psychotherapeutischen und pädagogischen Kontexten tätig sind. Konversionstherapien bei Homosexualität zu verbieten, finden wir wichtig und richtig. Diese Haltung ist im psychotherapeutischen Standesrecht allerdings bereits verankert. Unsere Kritik bezieht sich auf den Aspekt der „Geschlechtsidentität“ in dem Gesetzentwurf.

Geschlechtsidentität ist nicht dasselbe wie Homosexualität, wird von dem Gesetzentwurf aber so behandelt. Es ist zu befürchten, dass Eltern, LehrerInnen und PsychotherapeutInnen zu Unrecht kriminalisiert und PsychotherapeutInnen an der professionellen Ausübung ihrer Arbeit gehindert werden. Wir plädieren dringend dafür, den Zusatz „Geschlechtsidentität“ aus dem Gesetzentwurf ersatzlos zu streichen.

[Der Gesetzesentwurf BT Drucksache 19/17278 behandelt Geschlechtsidentität (Gi) und Homosexualität (Hs) keineswegs als „dasselbe“. Den Zusatz Geschlechtsidentität aus dem Gesetz zu streichen, würde bedeuten, Konversionstherapien an trans* Personen zu erlauben. Gemäß der von der WHO veröffentlichten Liste über psychische Krankheiten wurde sowohl Homosexualität als auch sog. Transsexualität von der Liste gestrichen. Eine Streichung des Zusatzes aus dem Gesetzesentwurf wäre demnach nicht mit internationalen Richtlinien sowie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte konform. Vgl. Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten.]

Das seit 2008 durch die Initiative der Parteien Bündnis 90/ Die Grünen und DIE LINKE im Deutschen Bundestag immer wieder diskutierte Gesetz hat sich jahrelang auf das geplante Verbot von Konversionstherapie bei Homosexuellen bezogen (z. B. BT-Drucks. 16/8022). Dass kurzfristig „Geschlechtsidentität“ eingefügt wurde (dgti, 2019), entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Die in diesem Zusammenhang zitierten Organisationen wie der Weltärztebund sowie die Bundesärztekammer hatten sich in ihren Beschlüssen auf ein Ablehnen der Konversionstherapie von Homosexualität bezogen (World Medical Association, 2017; Bundesärztekammer, 2014). Auch das im Gesetzentwurf genannte Fehlen wissenschaftlicher Nachweise zur Effektivität von konversionstherapeutischen Maßnahmen, bezieht sich lediglich auf Homosexualität, denn hinsichtlich der Behandlung von Geschlechtsdysphorie gibt es noch gar keine kontrollierten Studien, weder in Bezug auf affirmative noch auf nicht-affirmative Ansätze.

[Der Begriff Geschlechtsdysphorie ist stark umstritten, da er eine „Störung“ im medizinischen Sinne konstatiert und trans* Personen pathologisiert. Zur Informationen: Der Begriff gilt in Fachkreisen seit den 90ern als problematisch (vgl. hierzu den Absatz aus einer Veröffentlichung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: „Sowohl im englischsprachigen als auch im deutschsprachigen Kontext wird seit einigen Jahren der Transgender-Begriff in medizinisch-psychologischen Diskussionen aufgegriffen, der ursprünglich in Abgrenzung zum medizinischen Störungsvokabular geprägt wurde.“) – Quelle.

Zur Information: 2015 hat der Weltärztebund in seinem „Transgender Statement“ ausdrücklich erklärt, dass auch die Trans*geschlechtlichkeit keine Krankheit ist. Der Weltärztebund hat hier sehr wohl Stellung bezogen, und das bereits vor fünf Jahren.]

Der Gesetzentwurf erwartet von PsychotherapeutInnen, PädagogInnen und Eltern, dass sie die deklarierte Geschlechtsidentität von Kindern und Jugendlichen nicht „unterdrücken“ oder „verändern“ sollen. Andernfalls würde dieser Kreis der Erwachsenen eine Gefahr darstellen, vor dem die Kinder und Jugendlichen geschützt werden müssten. Die Erwachsenen sollen zusätzlich Aufklärung erhalten, damit sie das Konzept (gegengeschlechtliche) Geschlechtsidentität besser verstehen. Wir gehen davon aus, dass mit „unterdrücken“ und „verändern“ auch gemeint ist, dass jemand das Transgender-Konzept, wie es gegenwärtig in der Öffentlichkeit kursiert, in Frage stellt.

[Etwas nicht zu „unterdrücken“ oder „verändern“ zu wollen, bedeutet Respekt gegenüber der Selbstwahrnehmung des Kindes zu zeigen und nicht, dass eine kritische Auseinandersetzung unmöglich gemacht wird.]

Es gibt allerdings keine naturwissenschaftlichen Belege dafür, dass es möglich ist, in einem „falschen“ Körper geboren zu sein oder sein/ihr Geschlecht auf der Ebene der Chromosomen zu „wechseln“. Dass nun Ausübende helfender Berufe und Eltern infolge des o. g. Gesetzentwurfs kriminalisiert werden sollen, wenn sie solch fragwürdige Annahmen in Zweifel ziehen, und ihre Haltung zusätzlich als Resultat eines Wissensmangels dargestellt wird, halten wir nicht nur für absurd, sondern auch für gefährlich.

[Trans*geschlechtlichkeit ist nichts, was wissenschaftlich heute noch zur Debatte steht. Es gibt Quellen von binärer und nicht-binärer Trans*geschlechtlichkeit aus allen Ecken der Erde und bis ins Altertum. Auch aus biologischer Perspektive handelt es sich bei „Mann“, „Frau“ und „Inter*“ nicht um klar abgrenzbare Geschlechter, sondern vielmehr um ein Kontinuum, bestehend aus dem genetischen (Chromosomensatz), dem anatomischen (gonadisches Geschlecht) und dem hormonellen Geschlecht.]

Geschlechtsidentität – ein fragwürdiges Konzept
Die Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women (CEDAW) der Vereinten Nationen betont die Erkenntnis, dass geschlechtsspezifische Stereotype eine Basis der Unterdrückung von Frauen darstellen. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, alle Maßnahmen zu treffen, „um die sozial und kulturell bedingten Verhaltensmuster von Männern und Frauen zu ändern, damit Vorurteile und überkommene Praktiken verschwinden, die auf der Vorstellung beruhen, dass das eine dem anderen Geschlecht unter- bzw. überlegen sei, oder auf einer klischeehaften Rollenverteilung zwischen Mann und Frau“ (CEDAW, 1979, Artikel 5). Auch das für Deutschland bindende Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt („Istanbul-Konvention“) fordert in Artikel 12 (1), erläutert in Artikel 3 (43) und in Artikel 13, Anstrengungen zur Überwindung von Rollenklischees und Stereotypen (Council of Europe Treaty Series, 2011).

Das Konzept Geschlechtsidentität ist schwammig, seine Bedeutung wissenschaftlich umstritten. Es fokussiert auf Geschlechterstereotype, die gemäß der Vereinten Nationen gerade überwunden werden sollen. 

[„Das Konzept“ im Singular existiert nicht und das Geschlechtsidentitäten darauf ausgelegt sein sollen „Geschlechtsstereotype zu fokussieren“, ist weder nachvollziehbar, noch belegbar. Die meisten Konzepte von Geschlechtsidentität, unabhängig davon ob sie den Körper als Teil ihres Selbst auffassen oder nicht, wenden sich gegen die sozial konstruierte „Naturalisierungen“ von Geschlechtsvorstellungen und dekonstruieren Stereotype.]

SozialwissenschaftlerInnen erkennen an, dass das Konzept eine starke kulturelle Komponente hat (Marecek, Crawford, & Popp, 2004). Dass Geschlechtsidentität nicht an den Körper gebunden sei, ist nur eine Definition von Geschlechtsidentität. Und sie ist innerhalb verschiedener Disziplinen umstritten (siehe z. B. das Interview mit der britischen Philosophin Kathleen Stock im Magazin Cicero, Vukadinović, 2020).

[Der hier zitierte Text geht ausführlich auf die Existenz von Trans*geschlechtlichkeit und die soziale Konstruiertheit von Geschlecht ein (siehe Gender). Die Philosophin Kathleen Stock zweifelt in keiner Weise an der Existenz von Trans*geschlechtlichkeit, vertritt jedoch im Interview unter anderem die trans*feindliche Haltung, dass trans* Frauen hormonelle und körpermodifizierende Änderungen vornehmen lassen müssen, um „echte“ trans* Frauen zu sein. Sieht Frau Stock „traditionell-feministische Werte“ in Gefahr?]

Kinder hängen tendenziell aufgrund ihrer noch nicht voll ausgebildeten kognitiven Fähigkeiten stark einem auf Geschlechterklischees basierenden Verständnis von Geschlecht an. Erwachsene und vor allem therapeutische Professionen sind verpflichtet, zunächst einmal zu hinterfragen, warum
sich ein Kind als dem anderen Geschlecht zugehörig fühlt. Dies kann viele Ursachen haben, wie die therapeutische Erfahrungen zeigen. Hierzu zählen geschlechtsspezifische Gewalterfahrungen, soziale Ungleichheiten und geschlechterstereotype Zuschreibungen.

Wir plädieren für einen sozialisationsberücksichtigenden Umgang mit Vorstellungen zu Identität, der im therapeutischen Setting besondere Herausforderungen mit sich bringt. Ein Kind kann sich auch als Prinzessin, Drachen oder als Klassenclown identifizieren. Im Bereich der psychischen Störungen wissen wir, dass eine Identifikation mit einer Symptomatik (z. B. Geschlechtsdysphorie) sich nachteilig auswirken kann (z. B. Huibers & Wessely, 2006).

[Der Gesetzesentwurf steht diesen Aussagen nicht entgegen. Die zuletzt zitierte Literatur ist nicht vollständig zitiert. Es ging in der Untersuchung darum, die Vor- und Nachteile von Begriffszuweisung (engl. labeling) des „Chronischen Müdigkeitssyndroms“ (nach ICD10: G93.3) zu untersuchen. Dies fällt auch nicht unter die hier benannten psychische Störungen, sondern unter Erkrankungen des Nervensystems (abgesehen davon, wird ab dem neuen ICD11 Trans*identität nicht mehr unter „Psychischen Störungen“ gelistet und ist als Klassifizierung pathologisierend). Das Ergebnis der Untersuchung war, dass es in Ordnung sei, das entsprechende Syndrom zu diagnostizieren und, dass diese Diagnose nur der Anfang der therapeutischen Begegnung sei.]

Wir stimmen der Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft (DGSMTW) zu, die in ihrer Stellungnahme an den Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags zu diesem Gesetzentwurf darauf verweist, dass Identität ein psychologisches Konstrukt ist, das „lebenslang individuellen Änderungen und Anpassungen unterworfen ist“ (DGSMTW, 2020). Zu verlangen, Erwachsene müssten per Gesetz eine jede proklamierte Selbst-Identifikation von Kindern und Jugendlichen anstandslos akzeptieren, wäre aus wissenschaftlicher Sicht höchst problematisch.

[Dies wird vom Gesetzesentwurf nicht gefordert. Auch von ‚anstandslos‘ kann unter der Regelung des „Transsexuellengesetztes“ mit Therapiepflicht und mehrjähriger Alltagserprobung (auch für Erwachsene) wohl kaum die Rede sein.]

Konversionstherapie – ein Problem in deutschen Praxen?
Unter Konversionstherapie hinsichtlich Geschlechtsidentität versteht der Gesetzentwurf Behandlungen […], die auf Veränderung oder Unterdrückung […] der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität gerichtet sind. Behandlungen in diesem Sinne sind alle Maßnahmen, die am Menschen durchgeführt werden, um bestimmte physische oder psychische Wirkungen zu erzielen, ohne medizinisch anerkannt zu sein“ (BT-Drucks. 19/17278, S. 21). Auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE zur Häufigkeit der im Vorjahr der Bundespsychotherapeutenkammer und den Landesärztekammern gemeldeten Vorfällen von Konversionstherapie, antwortete die Bundesregierung 2018, dass kein einziger Fall aktenkundig geworden sei (BT-Drucks. 19/3279). Es stellt sich hier die Frage, ob das mit dem Gesetz anvisierte „Problem“ hinsichtlich Geschlechtsidentität ein durch Lobby-Gruppen konstruiertes Problem
darstellt.

[Die Datenlage hinsichtlich der Diskriminierung von trans* Personen und auch die Datenerfassung von Gewaltverbrechen im Namen der Ehre sind ebenfalls mehr als unzureichend und teilweise nicht vorhanden, trotzdem sind sie existent und nicht von Lobby-Gruppen „konstruiert“. Die Nichterfassung der Fälle macht umso deutlicher, wie wichtig das angesprochene Gesetzt ist und zeigt den nötigen Handlungsbedarf.]

Kurioserweise möchte der Gesetzentwurf ausgerechnet die tatsächlich invasiven Interventionen, nämlich chemische und chirurgische Maßnahmen zur „Geschlechtsangleichung“, von dem Gesetz ausgespart wissen. So heißt es im Gesetzentwurf, das Verbot ziele nicht auf „operative[n] medizinische[n] Eingriffe und Hormonbehandlungen, die darauf gerichtet sind, die selbstempfundene geschlechtliche Identität der Person oder ihrem Wunsch nach einem eher männlichen oder eher weiblichen körperlichen Erscheinungsbild zum Ausdruck zu verhelfen“ (BTDrucks. 19/17278, S. 6). Stellen nicht gerade diese medizinischen Therapien am Ehesten eine Art der Konversionstherapie dar?

[Nein. Sich selbstbestimmt als Mensch zu begreifen, egal in welchem Geschlecht und schließlich medizinische körpermodifizierende Maßnahmen zu ergreifen, ist keine Konversionstherapie. Die Möglichkeiten die Minderjährigen gegeben sind, sind keinesfalls so offen, wie hier beschrieben. Ab wann und ob Hormonblocker, für mehr Entscheidungszeit verschrieben werden, ist nicht nur abhängig von der Entscheidung der Kinder/Jugendlichen und deren Eltern, sondern auch von betreffenden Therapeut*innen, Endokrinolog*innen, Krankenkassen, Gutachter*innen und Operateur*innen unter festgesetzten Leitlinien. Mehr Details hier.]

Studien zeigen, dass bei 75% der (biologischen) Mädchen und 55% der (biologischen) Jungen mit Transitionswunsch eine homosexuelle Orientierung vorhanden ist (Bungener, Steensma, Cohen-Kettenis & de Vries, 2017). Der Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören, kann darauf basieren, die eigene Homosexualität innerhalb eines „heterosexuellen Rahmens“ leben zu können.

[Die Studie zeigt vor allem, dass 14 und 15 jährige trans* Jugendliche ähnlich sexuell aktiv sind wie cis Jugendliche. Außerdem besagt die Studie, dass sich unter den Befragten 65% „heterosexuell/-romantisch„(also dem Geschlecht angezogen fühlen, dem sie selbst bei Geburt zugewiesen wurden) einordnen. 50% der trans* Mädchen und 43% der trans* Jungen beschrieben sich als unentschlossen. Die hier aufgeführten Zahlen kommen in der Studie nicht vor. Außerdem stellt sich hier die Frage, ob ein junger Mensch wirklich die hier angesprochene körperliche Transition, anstelle eines SelbstOutings als Homo- oder BiSexuell/-romantisch, wählen würde.]

Zahlreiche Motive für Transitionswünsche
Es gibt zunehmende Outings von (biologischen) Frauen (De-Transitioners), die ihren Wunsch nach medizinischen Maßnahmen zur Transition bereuen. Als Erwachsene verstehen sie, dass eine in der Außenwelt erlebte und internalisierte Lesben- und Frauenfeindlichkeit ihren Wunsch nach einer Transition befeuert hat (Interviews in Holt, 2020 und Louis, 2020). In England gibt es erste Gerichtsprozesse gegen „Gender-Kliniken“, in denen PatientInnen beklagen, voreilig eine medizinisch invasive Behandlung bekommen zu haben (z. B. Holt, 2020). BehandlerInnen geben aufgrund des Tabus, etwas in Frage zu stellen und des einseitigen affirmativen Vorgehens ihre Anstellungen in britischen Kliniken auf (Donnelly, 2019; Hurst, 2019; Lockwood, 2019).

[In Deutschland sind hormonelle Behandlungen und operative Eingriffe erst nach zahlreichen Hürden zugänglich (s.o.). Wenn Menschen Entscheidungen treffen, welche diese später bereuen ist das natürlich tragisch, hat aber wenig mit dem Verbot von Konversionstherapien zu tun. Da nur auf Einzelschicksale eingegangen wird, lässt das Fehlen von Zahlen und Studien in der obigen Argumentation keinerlei Rückschlüsse auf Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu.]

Studien weisen darauf hin, dass sich bis zu 88% der Kinder und Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie im Prozess des Heranwachsens mit ihrem biologischen Geschlecht versöhnen, sofern keine sozialen, rechtlichen und medizinischen Maßnahmen zur Transition durchgeführt werden (z. B. Singh, 2012; Steemsma et al., 2013).

[Beide Studien sagen vor allem aus, dass Geschlechtsdysphorie und geschlechtsabweichendes Verhalten nicht bedeutet, dass Kinder/ Jugendliche auch im Erwachsenenalter eine Trans*Identität entwickeln. Sehr viele Kinder und Jugendliche hinterfragen Geschlechtsstereotype oder entwickeln mit der Pubertät eine Abneigung gegen Teile des/den eigenen Körper/s. Darum werden diese Bereiche in der wissenschaftlichen Praxis auch von einander getrennt betrachtet. Mehr dazu in unserer Antwort.]

WissenschaftlerInnen vermuten, dass neben den bereits genannten Gründen der Wunsch nach einer Transition häufig auf soziale Nachahmung innerhalb der Peer-Group („social contagion“), dem gesteigerten Bewusstsein über pharmakologische/ chirurgische Möglichkeiten und einer hohen Stigmatisierung von Homosexualität und nicht geschlechterkonformen Verhaltensweisen basiert (z. B. Aitken et al.; 2015; Littman, 2018).

Es bedarf eines breiten öffentlichen Diskurses über die sozialen Gründe des Anstiegs an gegengeschlechtlicher Selbstidentifikation bei Jugendlichen in den letzten Jahren (Aitken et al., 2015). Zum Verständnis des überproportional hohen Anstiegs bei (biologischen) Mädchen (Kaltiala et al., 2019) bedarf es der kritischen Reflexion politischer Realitäten der Gleichstellungsmaßnahmen. Wie möchten Sie als PolitikerInnen verhindern, dass Transitionen bei Kindern und Jugendlichen als Weg eingeschlagen werden, um geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen zu entfliehen, als Coping-Strategie genutzt wird, um mit Selbsthass, der sich am eigenen Körper manifestiert, klarzukommen oder als Antwort auf Homophobie im sozialen Umfeld gewählt wird? Ein ausschließlich trans-affirmativer Ansatz individualisiert gesellschaftliche Ursachen. Er verstärkt gesellschaftliche Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und konterkariert die Gleichstellungsbemühungen der Politik.

[Die Wissenschaft differenziert auch hier. Ob der Wunsch zur Transition als „Coping Strategie“ fungiert, wie hier gemutmaßt, oder auch einer der vielen Hintergründe von Geschlechts- und Körperdysphorie dahinter steckt, lassen auch die zitierten Studien offen. Der Gesetztesentwurf und auch wir, schlagen keinen „ausschließlich trans-affirmativer Ansatz“ vor. Ein Anstieg an Coming Outs ist in der Regel ein Zeichen von Anstieg gesellschaftlicher Akzeptanz.]

Negative Folgen trans-affirmativer Praxis
Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Einflüsse des sozialen Umfelds und der Kultur auf Kinder ausgerechnet bei dem Konzept Geschlechtsidentität und gegengeschlechtliche Selbstidentifikation ausgeblendet werden sollen. Wie kann es sein, dass das Bundesministerium für Gesundheit bei einem anderen Gesetz – dem angestrebten Gesetz zum Verbot von an Kinder und Jugendliche gerichtete Werbung für Schönheitsoperationen (BMG, 2019) – Außeneinflüsse als gefährdend anerkennt, beim Thema Transitionswünsche und gegengeschlechtliche Selbstidentifikation aber davon ausgeht, dass Kinder bereits informiert weitreichende Folgen abschätzen können? Oder dass sie sich der sozialen Hintergründe für ihre Transitionswünsche bewusst sind und diese kritisch hinterfragen können?

[Auch das wird im dem Gesetzentwurf nicht gefordert und passiert in der umfangreichen wissenschaftlichen Praxis kaum. Auch hier bleibt nur zu wiederholen, dass es, anders als in den Fällen von inter*geschlechtlichen Kindern, keine gängige Praktik ist, an Kindern geschlechtsangleichend zu operieren (wie mit dem Vergleich zu SchönheitsOPs suggeriert wird). Hormon- und damit pubertätsblockierende Präperate sorgen dafür, dass Kinder diese Wahl nicht treffen müssen, sondern genug Zeit bekommen sich zu informieren und die Folgen abschätzen zu können.]

Wir sehen in der durch das Gesetz angestrebten Forcierung des affirmativen Ansatzes bei Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie und gegengeschlechtlicher Selbstidentifikation die Gefahr, dass die Ungleichheit der Geschlechter verstärkt wird, indem „korrektes“ geschlechtskonformes von „unkorrektem“ nicht konformem Verhalten abgegrenzt wird. Kinder würden dadurch in ihrer freien Entfaltung eingeschränkt werden und wieder verstärkt traditionellem Rollenverhalten anhängen, was von ihrem Umfeld durch die Vorstellung von gegengeschlechtlicher Selbstidentifikation bestärkt würde.

[Ein Gesetz, das Konversationstherapie verbietet, schließt nicht aus, dass man den Transitionswunsch ausreichend prüfen und auch auf Risiken hinweisen kann. Auch das Umfeld von trans* Menschen ist nicht vor Sexismus und Rollenklischees geschützt. Glücklicherweise hinterfragen immer mehr Menschen diese starre Geschlechtskategorien und Rollenvorstellungen.]

Der iranische Staat macht abschreckend deutlich, wie eng eine politische Forcierung von Transitionen mit einem überkommenen Verständnis von Geschlecht und religiös motivierter Homophobie einhergehen können. Während Homosexuelle dort mit dem Tode bedroht werden, fördert der iranische Staat Transitionen finanziell und zwingt Homosexuelle teilweise dazu, damit alles wieder „seine Ordnung“ hat (Hodge, 2020).

[Ein nicht nachvollziehbarer Vergleich. Menschenrechte für homosexuelle und trans* Personen sind gleichwertig und müssen gleich stark überall auf der Welt eingefordert werden.]

Wir befürchten, dass dieses Gesetz durch seine Forcierung des ausschließlich trans-affirmativen Ansatzes zur Folge hätte, dass sich immer mehr Kinder und Jugendliche „im falschen Körper“ wähnten, sie einseitig einem medikalisierten Kontext ausgeliefert wären und gleichzeitig Homosexualität erneut marginalisiert würde. Kinder und Jugendliche würden durch einseitige Beeinflussung medizinischen Eingriffen mit weitreichenden irreversiblen Folgen zustimmen, unter denen manche ein Leben lang zu leiden hätten. Es handelt sich bei ihnen um eine Gruppe mit einer großen Bandbreite ausgeprägter Beschwerdebilder (Holt, Skagerberg & Dunsford, 2016; Lai et al., 2010).

[Warum Homo- oder BiSexualität in dieser Argumentation weiter marginalisiert (an einen gesellschaftlichen Rand gedrängt) werden würde, bleibt uns unverständlich. Auch wie das Gesetzt zu einer „einseitigen Beeinflussung“ führen sollte, bleibt unklar. Das Gesetzt befasst sich weiterhin nur mit Minderjährigen und die angesprochenen „weitreichenden irreversiblen Folgen“ werden nicht durch Hormonblocker verursacht. Die in den Studien angesprochenen Beschwerdebilder sind vor allem Depressionen und selbstverletzendes Verhalten, sowie psychische Belastungen durch Geschlechtsdysphorie.]

Zu befürchten wäre, dass immer mehr PsychotherapeutInnen aus Angst vor einer Anzeige eine Behandlung ablehnen würden und die Beratung sehr wenigen, möglicherweise einseitig überzeugten, PsychotherapeutInnen überlassen bliebe. Wir befürchten, dass Eltern aus Mangel an umfassenden Informationen und Angst vor Stigmatisierung immer häufiger Transitionswünschen zustimmen würden.

Das Gesetz, das einen affirmativen pädagogischen und psychotherapeutischen Ansatz zur Pflicht erheben möchte, würde die negativen Folgen von sozialen und medizinischen Transitionen für Kinder und Jugendliche negieren

[Hier zeichnet sich erneut das klare schwarz-weiß Bild der Argumentation.]

  • Die Einnahme von Pubertätsblockern bei Kindern führt in fast allen Fällen zur Einnahme gegengeschlechtlicher Hormone, was einen irreversiblen, Unfruchtbarkeit auslösenden Prozess einleitet (De Vries et al., 2011).

[Das Ergebnis der vorliegenden Studie ist, dass die emotionalen, verhaltensbezogenen und depressiven Symptome der 12 bis 16 Jährigen unter Hormonblockern deutlich nachgelassen haben und sie ihr Leben deutlich besser bewältigen konnten. Alle hier Untersuchten sind danach zur Hormontherapie übergegangen. Die Hormontherapie ist kein Garant für eine permanente Unfruchtbarkeit. Gleichwohl findet vor der Verschreibung gegengeschlechtlicher Hormone, eine ausgiebige Beratung, sowohl von therapeutischer, wie auch endokrinonologischer Seite, statt. Auf dieser Grundlage können trans* Personen ihre Bedürfnisse abwägen, und im informierten Konsens eine eigenständige Entscheidung treffen.]

  • Langzeitstudien bei Erwachsenen verweisen auf eine Erhöhung der Suizidraten als Folge von „geschlechtsangleichenden“ Operationen (Dheijne et al., 2011).

[Die angesprochene Studie zeigt, dass trans* Menschen auch nach körpermodifizierenden Operationen stärker psychisch belastet sind und häufiger Suizid begehen, als cis* Menschen im gleichen Alter. Die hier unterstellte Schuld der geschlechtsangleichenden Maßnahmen an der Suizidialitätsrate, geht aus der Studie in keinster Weise hervor. Vielmehr kann diese als eine Folge gesellschaftlicher Diskriminierung und dem Konflikt mit dem eigenen Körper, welche auch durch geschlechtsangleichende Maßnahmen nicht immer voll ausgeräumt werden können, gesehen werden.]

  • Unterschiedlichste Studien zeigen auf, dass eine Geschlechtsdysphorie und die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper bei Jugendlichen trotz medizinischer Transition persistieren (Steensma et al., 2013; De Vries et al., 2011).

[Die erste Studie sagt aus, dass die Intensität der Geschlechtsdysphorie im jungen Alter ein Indikator für die Langfristigkeit dieser ist. In der zweiten werden nur Jugendliche unter Hormonblockern untersucht und nicht nach der Einnahme von Hormonen oder Operationen. Keine der beiden Studien trifft die oben genannte Aussage.]

  • Neben vermuteten Beeinträchtigungen der Gehirnfunktionen, der kognitiven Leistungen, des Sozialverhaltens und der Emotions- und Verhaltenskontrolle wirkt sich die Einnahme von Hormonen bei den Kindern und Jugendlichen negativ auf die Knochendichte, das Risiko für
    Krebserkrankungen, Thrombosen, Osteoporose, Schlaganfall und vermutlich die sexuelle Erlebnisfähigkeit aus (Wojinusz et al., 2011; Chen et al., 2018; Hough et al., 2017; Nuruddin et al., 2013; 2013; Sober et al., 2013; Mul et al., 2001; Wojniusz et al., 2016; Hayes, 2017; Schneider et al., 2017; Staphorsius et al., 2015; Korte 2020; Hage, 2000; Persson, 2009; Klink et al., 2015).

[Viele der hier zitierten Studien haben ganz andere Ergebnisse als hier beschrieben und spielen mit vielen Vermutungen. Die vermuteten Beeinträchtigungen des Gehirns beziehen sich auf Studien an Lämmern und Schafen. Die vermuteten Beeinträchtigung der kognitiven Leistungen, des Sozialverhaltens und der Emotions- und Verhaltenskontrolle werden in den Studien nicht bestätigt. Negative Effekte auf die Knochendichte (Osteoporose) halten sich in Grenzen und sind ein kalkuliertes Risiko im Gespräch mit Endokiminolog*innen. Das Risiko für Krebserkrankungen und Schlaganfall, bei der Einnahme von Testosteron, ist analog zum gleichen Risiko bei cis Männern. Ein überproportionales Risiko existiert nicht. Zudem werden hier Risiken und Nebenwirkungen von Hormonblockern und syntetischen Hormonen in einen Topf geworfen und undifferenziert dargestellt.

Was dieser Punkt mit dem Gesetztentwurf zu tun hat, bleibt unklar.]

Wir sehen es als Aufgabe von Eltern, TherapeutInnen und Gesellschaft an, Kinder und Jugendliche darin zu bestärken, ihren Körper anzunehmen und wert zu schätzen. Es gibt keine „falschen“ Körper und kein „falsches“ Geschlecht. Transitionen zementieren Rollenklischees.

[Das Gesetzt setzt sich nicht für Transitionen ein, sondern gegen Konversionstherapien. Das soziale oder körperliche Transitionen Rollenklischees „zementieren“ würden, ist eine reine Behauptung und darüberhinaus stigmatisierend.]

Kinder und Jugendliche benötigen die Freiheit, sich von traditionellen Geschlechtervorstellungen zu lösen. Eine Re-Traditionalisierung von Geschlechterrollen verringert die Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe von Frauen und die Chance auf Gleichstellung.
Kinder und Jugendliche mit Transitionswünschen sind häufig besonders vulnerabel, oft sozial isoliert und fast immer auf der Suche nach Halt, Bestätigung und Orientierung. Bei der Orientierung zu helfen, setzt offene, authentische Auseinandersetzung voraus, eine gutgläubige Affirmation jedweden Wunsches ist kontraproduktiv und entspricht nicht professionellem Handeln.

[Was, zum wiederholten Male, ja auch niemand fordert.]

Aus den dargelegten Gründen ist es zwingend geboten, den Zusatz „Geschlechtsidentität“ aus dem Gesetzentwurf ersatzlos zu streichen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Psychologin Stefanie Bode (Psychologische Psychotherapeutin, Freiburg)
Dipl.-Psychologin Stefanie Heinrich (Psychologische Psychotherapeutin, Berlin)
Dr. Ingeborg Kraus (Psychologische Psychotherapeutin/ Traumatherapeutin, Karlsruhe)
Dr. med. Margot D. Kreuzer (Fachärztin für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie,
Psychoanalyse, Traumapsychotherapie, Sexualtherapie, Rosenheim)
Dr. Inge Kleine (Gymnasiallehrerin für Englisch, Geschichte und Sozialkunde, München)
Solveig Senft (Gymnasiallehrerin für Kunst und Ethik, Ulm)
Prof. Dr. Godula Kosack (Vorsitzende TERRE DES FEMMES Menschenrechte für die Frau e. V.,
Leipzig)
Inge Bell (Stellv. Vorsitzende TERRE DES FEMMES Menschenrechte für die Frau e. V., München)
Prof. Dr. Monika Barz (Professorin für Sozialwissenschaften, Reutlingen)
Anne Schelzig (Lehrerin, Frankfurt/Oder)
Silvia Reckermann (Lehrerin, München)
Katerina Dakoura (Lehrkraft für Sport und Englisch, Berlin)

Carola Dengel (Empir. Sozialwissenschaftlerin, Hamburg)
Simone Kleinert (Sozialpädagogin, Dortmund)
Susanne Bischoff (Dipl.-Sportlehrerin, Körper- und Bewegungstherapeutin, Bremen)
Dr. phil. Gudrun Schwarz (Sozialwissenschaftlerin, Kassel)

 

Literatur


Aitken, M., Steensma, T., D., Blanchard, R., Van der Laan, D., P., Wood, H., Fuentes, A., Spegg, C., Wasserman, L., Ames, M., Fitzsimmons, C., L., Leef, J., H., Lishak, V., Reim, E., Takagi, A., Vinik, J., Wreford, J., Cohen- Kettenis, P., T., de Vries, A., L., C., Kreukels, B., P., C., & Zucker, K., J. (2015). Evidence for an altered sex-ratio in clinic referred adolescents with gender dysphoria.
J Sex Med, 12, 756–76. http://doi.org/10.1111/jsm.12817


Bundesministerium für Gesundheit (BMG). (2019, Oktober 16).
Werbeverbot für Schönheits-OPs bei Jugendlichen [Pressemeldung]. Abgerufen von
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2019/werbeverbotschoenheits-ops.html

Bungener, S., L., Steensma, T., D., Cohen-Kettenis, P., T., & de Vries, A., L., C. (2017). Sexual and Romantic Experiences of Transgender Youth Before Gender-Affirmative Treatment, Pediatrics, 139 (3), 1-9, http://doi.org/10.1542/peds.2016-2283

BT-Drucks. 19/17278 Drucksache des Deutschen Bundestages 19/17278 vom 19.02.2020: Entwurf eines Gesetzes zum Schutz vor Konversionsbehandlungen.


BT-Drucks. 16/8022
Drucksache des Deutschen Bundestages 16/8022 vom 12.02.2008: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Josef Philip Winkler, HansChristian Ströbele, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –

Drucksache 16/7917 – Antihomosexuelle Seminare und pseudowissenschaftliche Therapieangebote religiöser Fundamentalisten.


BT-Drucks. 19/3279
Drucksache des Deutschen Bundestages 19/3279 vom 04.07.2018: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Doris Achelwilm, Dr. Petra Sitte, Simone Barrientos, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE – 19/2846 – Umgang mit sogenannten HomoHeilungen und Reorientierungstherapien.

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